Landausflug.

geschrieben am 12. Juli 2007 von Joosi. Bisher 586 mal gelesen.
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Es begann vor ein paar Wochen an einem warmen Frühsommertag.

Mit meinem Roller, der eigentlich als schnelles und wendiges Fahrzeug für die Stadt gedacht war, fuhr ich aus reinem Zufall eine lange und wenig befahrene Landstraße entlang. Als Stadtmensch bin ich an Abgase, Autolärm und Menschenmassen gewöhnt. Was ich an diesem Tag erlebte, beeindruckte mich so sehr, dass es mein ganzes Leben veränderte…

Mein Weg führte mich durch idyllische, kleine Dörfer mit vielen engen Gassen, alten Fachwerkhäusern mit bunten Blumen vor den Fenstern und auf der Straße spielenden, kleinen Kindern. Die Straßen waren mit alten Steinen gepflastert, alles wirkte, als hätte jemand vor langer Zeit einfach die Uhr angehalten. Als hätte der Sturm der Informationsgesellschaft und Technisierung das Gebiet rund um diese Dörfer verschont.

Es war noch früh am Morgen, als ich das erste Dorf durchfuhr. Die Sonne ragte noch nicht komplett über die schiefen Dächer. Die Geschäftigkeit der Dorfbewohner nahm langsam zu, dennoch strahlte alles eine alteingesessene Ruhe und Gelassenheit aus. Man hörte die Vögel zwitschern, mal leise, mal lauter, aber immer erklang eine wunderschöne und helle Melodie. Auf einem der Höfe krähte ein Hahn, man begegnete auf der Straße nicht nur beschäftigten Menschen, sondern auch vielen Tieren, die im Einklang mit ihrer Umgebung die ersten Sonnenstrahlen genossen. Aus einem kleinen Eckchen tapsten mehrere kleine Katzenbabys, die Augen gerade geöffnet, dass Fell von Tau bedeckt und in der Sonne glänzend. Dicht gefolgt von ihrer wachsamen Mutter, die ebenso braun-schwarz gefleckt war wie ihre Jungen. An einer anderen Stelle musste ich anhalten, um eine Entenmutter mit einer Schar kleiner Küken im Gefolge über die Straße zu lassen. Wie selbstverständlich liefen sie von der einen Straßenseite, einem kleinen Stück Wiese, zu der anderen, wo sich der Teich befand. Ohne Scheu oder Angst vor den Bewohnern des Dorfes ließen sie sich bei ihrem morgendlcihen Spaziergang nicht aus der Ruhe bringen.

Trotz aller Idylle und Gemütlichkeit, die dieses kleine Dorf ausstrahlte, verließ ich es nach kurzer Zeit wieder, um meinem Weg zu folgen. Inzwischen war es Mittag geworden und die Sonne strahlte hell und freundlich vom Zenit auf mich herab. Die Straße führte mich nun an Bauernhöfen, Feldern und grünen Wiesen entlang. Auf den Koppeln grasten große, starke Pferde, die mich mit ihren großen, wachsamen Augen neugierig beobachteten. Ein braunes Fohlen rannte übermütig neben mir her, bis sein Weg von einem Zaun versperrt wurde. Es blieb stehn und sein Blick folgte mir noch, bis es außer Sicht war. Von den Feldern wehte ein Duft von frischem Heu zu mir und der Geruch von frischen Pfannkuchen trieb mir aus einem Bauernhaus entgegen. Am Straßenrand blühten wunderschöne Blumen, in roten, gelben und blauen Farbtönen. Ich sah Schmetterlinge, die ich vorher noch nie gesehen hatte, atmete die frische und natürliche Luft ein und verspürte ein starkes Gefühl von Sehnsucht.

Gegen Nachmittag, als die Sonne sich ihrem Untergang näherte, erreichte ich ein weiteres Dorf. Es ähnelte dem ersten, mit seinen großen Bäumen und den Bewohnern, welche sich inzwischen, erschöpft von der Arbeit, am Straßenrand trafen, die Wäsche abnahmen, mit ihren Kindern spielten oder einfach nur mit ihren Hunden spazieren gingen. Die Sonne beleuchtete alles in einem Orangeton, welcher einen unbeschreiblichen Zauber auf das gesamte Geschehen um mich herum warf.

Den Sonnenuntergang beobachtete ich in einem dorfnahen Obstgarten. Ich stellte meinen Roller ab, lief durch die Reihen von Kirsch- und Apfelbäumen, welche noch vereinzelt blühten und erreichte eine kleine, mossbewachsene Steinmauer. Dort kletterte ich hinauf und setzte mich. Eine alte, graue Katze ließ sich neben mir nieder und gemeinsam schauten wir in die untergehende Sonne. Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich geborgen und zuhause…





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