Denkst du vielleicht auch mal an mich?

geschrieben am 11. Februar 2007 von Mona. Bisher 563 mal gelesen.
Bewertung: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Stimmen, Durchschnitt: 5.00 von 5)
Loading ... Loading ...



Da lag ich. Mir war kalt. Ich zitterte, doch ich stand nicht auf um mir meine Jacke wieder anzuziehen. Da lag ich nun – alleine im Gras und Tränen rollten über meine Wange. Schon wieder hatte ich diese Gefühl zu spühren bekommen, dass sich schon so oft in mein Herz gepflanzt hatte und sich für lange Zeit dort eingenistet hatte.

Schluss. Er hatte einfach Schluss gemacht. Dabei gab es für unsere Geschichte noch nicht mal einen Anfang. Wieso denn? Ob ich jemals eine Antwort bekam?

Ich stand auf, packte meine Jacke und zog sie über. Ich musste nach Hause. Weg von diesem Ort. Unserem Ort. Ich musste weiter leben, ohne mir anmerken zu lassen, dass es vorbei war. Ich ging langsam fort und ließ die schöne Zeit hinter mir. Ich bereitete mich darauf vor was mich zu Hause erwarten würde. Ich würde das Essen für Luke machen müssen und ihn beschäftigen. Das Übliche halt. Ich hatte mich schon an diesen Ablauf gewöhnt.

Doch es war nichts wie vorher. Ricardo hatte unsere Treffen beendet, zu Hause empfing mich meine Mutter und kümmerte sich fürsorglich um Luke. Alles war anders. Als mich dann Ricardo anrief war ich total verwirrt. Es war wie verhext. Er wollte mir erklären, dass es ihm Leid täte. Er wollte mich nicht so verletzen. Ich war ihm doch im Endeffekt total egal. Er wollte seinen Spaß und den hatte er ja schließlich, auf mich hatte er kein einziges Mal Rücksicht genommen.

Nun steh ich hier. Immer noch alleine. Ohne Ricardo. Ohne irgendwen. Ich habe mich oft gefragt, ob ich vielleicht doch nicht alleine bin, aber ich habe niemanden gefunden, der mir eine Antwort geben konnte. Schließlich hatte sich heraus gestellt, dass Ricardo eine Freundin hatte und aus dem Grund mit mir “Schluss” gemacht hatte. Er war zu feige mir die Wahrheit zu sagen.

Plötzlich berührte mich eine Hand an meiner linken Schulter. Ich drehte mich um und sah Ricardo. Tränen sammelten sich in seinen Augen und seine Haut war blass. Er schluckte.

“Was machst du hier?”

“Ich vergesse dich.”

“Hier? Wie meinst du das? Wie kannst du mich auf einem Hochhaus vergessen?”

“Es ist so einfach… Doch du willst mich nicht verstehen. Du hast dir doch noch nie Gedanken gemacht was ich fühle.”

“Wieso? Es war doch alles klar.”

“Nein.”

“Nicht? Wieso?”

Stille.

“Du mir geht es nicht gut. Ich brauch dich nun. Meine Freundin hat Schluss gemacht und mir keinen Grund genannt. Ich brauch wen der mich tröstet.”

In mir stieg Hass und Wut auf. Ich konnte es nicht glauben.

“Denkst du vielleicht auch mal an mich?”, fragte ich nur und wollte gehen, doch er hielt mich fest. Ich stolperte und fiel rückwärts…

Ich fiel zu tief…

(c) Mona





Ein Kommentar zu 'Denkst du vielleicht auch mal an mich?'

  1. Wolf-Christian_Schlueter - 29. April 2007 um 21:06 Uhr

    Liebe Mona,
    Du hast Talent zum Schreiben. Als ich Deine Geschichte mit Ricardo gelesen habe, hätte ich gerne noch viel mehr davon gelesen.
    Es würde mich sehr freuen, wenn ich irgendwann etwas neues von Dir lesen kann.
    Herzliche Grüße
    Wolf-Christian


Kommentar schreiben



An dieser Stelle besteht die Möglichkeit, dem Autor für seine Texte Feedback zu geben. Jeder Autor freut sich über Meinungen oder Kommentare zu seinen Werken, insbesondere dann, wenn diese positiv ausfallen, aber natürlich auch über Kritik, wenn diese konstruktiv und sachlich ist.